Behandlung von Alzheimer

Behandlung von AlzheimerAlzheimer, benannt nach dem deutschen Psychiater Aloys Alzheimer, ist eine Erkrankung des Gehirns und eine schwere Form von Demenz. Die Krankheit beginnt schleichend und ist nicht heilbar.

Ursachen einer Alzheimer-Demenz sind häufig das Absterben und Verklumpen von Nervenzellen im Gehirn. Auch kommen Veränderungen an der Erbsubstanz in Frage. Das Alter spielt ebenso eine große Rolle. Vor dem siebzigsten Lebensjahr tritt die Alzheimer-Krankheit nur in Ausnahmefällen auf. Jedoch steigt das Risiko mit zunehmendem Alter. Bei den über neunzigjährigen Menschen ist bereits jeder Zweite davon betroffen.

Symptome von Alzheimer sind unter anderem die Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, des Urteilsvermögens und des abstrakten Denkens; Sprachstörungen, Störungen der Bewegungsabläufe und in späteren Stadien Inkontinenz und Auszehrung.

Alzheimer wird in vier Stadien eingeteilt.  Die Krankheit insgesamt dauert etwa ein bis fünfzehn Jahre. Im ersten Stadium treten vor allem starke Vergesslichkeit und räumliche Desorientiertheit auf. Besonders das Kurzzeitgedächtnis ist betroffen. Im zweiten Stadium kommen Sprachstörungen dazu, im dritten Stadium sind die Bewegungsabläufe zunehmend gestört. Im letzten Stadium schließlich ist der Betroffene nicht mehr selbständig lebensfähig. Für alle Verrichtungen braucht er Hilfe.

Ziele der Ergotherapie bei Alzheimer

Da Alzheimer nicht heilbar ist, bestehen die Ziele einer Ergotherapie hauptsächlich darin, die noch vorhandenen Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten. Den Betroffenen wird Hilfe angeboten, damit sie ihr Leben in jedem Stadium der Krankheit besser bewältigen können. Die Erhaltung der Würde, Aktivierung und Förderung sowie eine sinnvolle Tagesgestaltung sind sehr wichtig.

Dazu gehören unter anderem Gedächtnistraining, das Trainieren von alltäglichen Fertigkeiten, wie An- und Ausziehen, Körperpflege und Arbeiten im Haushalt. Orientierungsstörungen und Sozialverhalten sollen beeinflusst und Depressionen und Ängste abgebaut werden. Außerdem wird durch die Ergotherapie die motorische Unruhe abgebaut und Bewegungsstörungen vorgebeugt.

Beginnt die Therapie möglichst früh, kann die Pflegebedürftigkeit hinausgezögert werden.

Möglichkeiten der Ergotherapie bei Alzheimer

Die Ergotherapie bei Alzheimer bezieht sich auf die akuten Probleme der Patienten. Wahrnehmungstraining ist eines der am häufigsten eingesetzten Therapien. Die Patienten sollen ihre Wahrnehmungsfähigkeit so lange wie möglich erhalten, ganz besonders das Spüren des eigenen Körpers. Ein Therapieansatz dafür ist die Basale Stimulation, bei der zum Beispiel mit Massagen, Gerüchen oder wechselnden Lagerungen die verschiedenen Sinne angesprochen werden.

Im Frühstadium wird ein kognitives Aktivierungsprogramm angeboten, welches motorische, alltagspraktische, und kognitive Elemente beinhaltet. Kognitive Fähigkeiten sind das Erinnerungs-, Lern- und Denkvermögen. Das Programm wird in Form von Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstraining durchgeführt. Wichtig dabei ist es, den Patienten nicht zu überfordern und seine Grenzen zu beachten.

In späteren Stadien hat sich die Validation bewährt, ein Therapieansatz, der die Angehörigen anleitet, sich in die Welt des Kranken hineinzuversetzen. Es wird überwiegend über Berührungen, Gesten, Bilder oder Musik kommuniziert.

Des Weiteren werden verhaltenstherapeutische Techniken angewandt. Der Umgang mit den Leistungseinbußen und noch vorhandenen Fähigkeiten wird geübt. Dabei sollen neue Denkweisen und eine bessere Selbstkontrolle erlernt und Ängste und Aggressionen abgebaut werden.

Weitere wichtige Aspekte der Ergotherapie bei Alzheimer sind die Angehörigenarbeit und die Beratung bei der Anpassung des Umfeldes der Patienten. Es wird bei der Auswahl geeigneter Hilfsmittel beraten und deren Umgang geübt.

Besondere Anforderungen an den Ergotherapeuten

Der Therapeut braucht viel Einfühlungsvermögen, Kreativität und ein stabiles Selbstbild. Bei der Behandlung von Menschen mit Alzheimer gibt es keinen Erfolg im Sinne von Heilung oder dauerhafter Verbesserung, deshalb darf sich der Behandler nicht durch das Verhalten des Patienten kränken oder irritieren lassen. Die Grenzen des Betroffenen müssen erspürt und beachtet werden und die Behandlungstechniken sollten flexibel erweitert oder abgewandelt werden.

Weiterführende Informationen



Autor
admin
  1. Guiten Tag,

    könnten Sie uns bitte Namen/Orte nennen, wo ergotherapeuische Maßnahmen durchgeführt werden ? Das allgemeine Angebot ist zu unspezifisch nund manchmal etwas verwirrend. Vielen Dank !
    Grüße
    Maximilian Frenzel

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