Das hilft bei Ischias-Schmerzen

Das hilft bei Ischias-Schmerzen Kaum ein Schmerz ist so schlimm und durchdringend wie Ischias-Schmerzen (Ischialgie). Die vielfältigen Ursachen betreffen alle Altersgruppen und Männer wie Frauen gleichermaßen.

Die Ursachen für Bandscheibenvorfälle respektive Ischialgien sind multikausal. Generell erzielen physiotherapeutische, osteopathische und ergotherapeutische Behandlungsansätze die besten Ergebnisse. Ischias Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der präventiven Rückengesundheit.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule. Sie federn Stöße ab und ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Eine Bandscheibe besteht aus dem weichen Kern und dem festen Faserring aus Bindegewebe, welcher den Gallertkern an seinem Platz hält.

Durch verschiedene Einflüsse kann es dazu kommen, dass die Bandscheibe verrutscht und zwischen den Wirbeln hervorsteht. Dies ist die Vorstufe eines Bandscheibenvorfalls, eine sogenannte Protrusion. Tritt die Bandscheibe vollständig aus dem Spalt zwischen den Wirbeln aus, liegt ein Prolaps (vollständiger Bandscheibenvorfall) vor.

Dieser verursacht akute Schmerzen. Je nach Lage und Ausprägung können Schmerzen bis in die Gliedmaßen ausstrahlen.

Was ist Ischialgie?

Von einer Ischialgie spricht man, wenn durch den Bandscheibenvorfall der Ischiasnerv betroffen ist. Seine Wurzeln befinden sich zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel sowie zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Kreuzbeinwirbel.

Der Ischiasnerv ist der dickste Nervenstrang im Körper und verläuft an der Rückseite des Oberschenkels und an der Seite des Unterschenkels bis in den Fuß, woher die typischen ins Bein ausstrahlenden Schmerzen rühren.

Um selbst festzustellen, ob es sich um eine Ischialgie handelt, eignet sich der Lasègue-Test. Dazu legt man sich auf den Rücken und hebt das schmerzende Bein im ausgestreckten Zustand an. Liegt ein Bandscheibenvorfall vor, welcher den Ischiasnerv in Mitleidenschaft zieht, wird ein plötzlicher und heftiger Schmerz die Bewegung abrupt stoppen.

Wie lange halten die Schmerzen an?

Ischias-Schmerzen, welche durch eine Protrusion oder einen Prolaps verursacht wurden, können einige Wochen andauern. Wichtig ist für Schmerzlinderung zu sorgen, sowie den Ischiasnerv zu entlasten. Zudem sollte man bereits während der Rehabilitationsphase mit Übungen für die Bandscheiben beginnen.

Was hilft bei Ischialgie?

Akute Schmerzzustände werden meist konservativ mittels Gabe von Analgetika (Schmerzmittel) behandelt; beispielsweise Diclofenac oder bei sehr starken Schmerzen auch opioidhaltige Medikamente wie Tramadol.

Als sehr effektiv haben sich Wärmeanwendungen mit Rotlicht oder Fango erwiesen. Eine Stufenbettlagerung, bei der die Beine im 90-Grad-Winkel abgelegt werden, entlastet den Ischiasnerv. Wichtig ist, dabei auf einem festen Untergrund zu liegen.

Bei chronischen Bandscheibenvorfällen oder komplizierten Verläufen mit zunehmenden Lähmungserscheinungen oder Dysfunktion von Blasen- und Darmmuskulatur (Achtung, Lebensgefahr!) ist oftmals eine Operation nötig. Im schlimmsten Fall wird die lädierte Bandscheibe vollständig entfernt.

Ursachen und Prävention

Die Ursachen für eine Ischialgie sind vielfältig. Als Risikofaktoren gelten:

  • Übergewicht
  • langes Sitzen (beispielsweise im Büro)
  • schweres Heben
  • falsches Heben aus dem Kreuz heraus, statt aus der Kraft der Beine
  • der natürliche Alterungsprozess des Körpers und insbesondere des Bindegewebes, durch den die Bandscheiben schneller austrocknen

Um schmerzhaften Bandscheibenvorfällen vorzubeugen, ist eine regelmäßige körperliche Betätigung unverzichtbar. Dabei sollte es sich um sanfte Bewegungsabläufe handeln, wie beim Schwimmen, Walken, Yoga oder Fahrradfahren. Sportarten mit heftigen Bewegungen und insbesondere seitlichen Drehungen, z. B. Tennis oder Golf, sollten vermieden werden.

Physiotherapeuten und Ergotherapeuten unterstützen Patienten beim Erlernen rückenfreundlicher Bewegungsmuster und der allgemeinen Verbesserung der Rückengesundheit.

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