Neurodermitis lindern: So kann Ergotherapie dabei helfen

Ergotherapie ist eine wirksame Behandlung von Neurodermitis und eine Vielzahl anderer Hautkrankheiten. Dabei werden verschiedene therapeutische Methoden wie Aktivitätsanpassung, Umgebungsveränderung oder Entspannungstechniken eingesetzt, um Patienten bei der Bewältigung ihrer Erkrankung zu helfen.

Aktivitätsanpassung gegen Neurodermitis

Die Modifizierung von Aktivitäten beinhaltet die Anpassung von Tätigkeiten, die Symptome verursachen oder verschlimmern können, wie z.B. das Baden oder die Wahl der Kleidung. Um die Ausbrüche zu vermeiden bzw. deren Folgen zu verhindern, müssen Betroffene den Auslöser für die Neurodermitis kennen.

Häufige Ursachen für Neurodermitis sind trockene Haut, der Kontakt mit Reizstoffen wie Seifen oder Chemikalien, Allergene wie Pollen oder Tierhaare, bestimmte Medikamente, Stress oder emotionale Zustände, Genetik und Hormone. Außerdem sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem anfälliger für die Erkrankung, da ihr Körper nicht in der Lage ist, Infektionen zu bekämpfen. Durch die Vermeidung der Neurodermitis-auslösenden Trigger kann es die Ergotherapie in der Aktivitätsanpassung schaffen, das Leiden der Betroffenen zu lindern.

Entspannungstechniken gegen Neurodermitis

Einige Untersuchungen fanden heraus, dass die Ursache für Neurodermitis häufig in manifestierten Stress zu finden ist. Ein Alltag ohne ausgiebige Ruhephasen und unzureichend Schlaf kann den juckenden Hautausschlag auslösen bzw. verstärken.

Öfter ausruhen und entspannen: Stressreduktion ist für Neurodermitis-Betroffene besonders wichtig.

In der Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten finden Betroffene verschiedene Techniken zur Entspannung und konzentrieren sich auf den Umgang mit der körperlichen Ermüdung. Dabei wird zunächst geschaut, wie ein normaler Tag im Alltag abläuft, um mögliches Potenzial für belastende Momente herauszuarbeiten. Es geht darum, fest Zeiten für (kleine) Pausen zu etablieren und den stressigen Moment besser zu bewältigen.

Die Auswahl der Entspannungsmethoden ist vielfältig und wird auf die Betroffenen zugeschnitten. Dazu gehören beispielsweise Tiefatmungsübungen. Hier konzentrieren sich Neurodermitis-Patienten ca. 10–15 Minuten täglich auf ihren Atem und beruhigen damit aktiv den Körper und Geist. Auch Yoga und Dehnübungen können helfen. Die verschiedenen Übungen aus Indien besänftigen Körper und Geist und sind auch für weniger sportlich aktive Neurodermitis-Betroffene gut umsetzbar. Die „Kind-Stellung” oder der nach unten gerichtete Hund können zur körperlichen Entspannung beitragen und lassen sich auch zu Hause mit einer Matte einfach durchführen.

Meditation zählt ebenfalls zu den effektvollen Entspannungstechniken, um die Achtsamkeit im Alltag zu verbessern. Doch nicht jeder ist zunächst für meditative Gedanken zugänglich. Häufig rattert das Karussell aus Ängsten, Zweifeln oder Hektik im Kopf zu sehr, sodass der Geist keine Ruhe findet. Auch hier helfen Ergotherapeuten auf Wunsch, um die Meditation zu erlernen bzw. zu verbessern.

Tipp: Das Hören von Musik oder anderen Klängen (beispielsweise Naturgeräusche) kann ebenfalls helfen, zu entschleunigen. Wie einige Studien herausgefunden haben, können die richtigen Klänge heilende oder beruhigende Wirkungen haben. Eine Untersuchung hat ergeben, dass sich auch der Stress mit Entspannungsmusik und anderer akustischer Stimulation reduzieren lässt.

Umweltanpassungen bei Neurodermitis

Wer an Neurodermitis leidet, sollte eine Umgebung kreieren, die so angenehm und stressfrei wie möglich ist. Abhängig davon, was die Schübe auslöst und wie schwer sie sind, können gezielte Anpassungen der Umwelt mithilfe von Ergotherapeuten zu einer Verbesserung der Symptome bzw. der Reduzierung der Ausbruchshäufigkeit beitragen.

Umweltanpassungen können die Einführung von Luftfiltersystemen in der Wohnung, die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit durch Klimaanlagen oder Luftbefeuchter und die Vermeidung bestimmter Textilien, die weitere Reizungen verursachen können, umfassen. Die eigenen vier Wände sollten stets staubfrei und sauber sein. Ein Sauger mit HEPA-Filter, um Staubmilben von Möbeln, Vorhängen und Böden zu entfernen, hilft dabei. Auch das regelmäßige Waschen der Bettwäsche mit heißem Wasser und schonenden Reinigungsmitteln kann die Neurodermitis-Anfälligkeit reduzieren. Wer besonders sensibel auf bestimmte Materialien reagiert, kann auch auf allergenfreie Bezüge zurückgreifen. Häufiges Öffnen der Fenster ist ebenso wichtig, sodass die Luft zirkulieren kann.

Einige Neurodermitis-Betroffene reagieren besonders empfindlich auf bestimmte Düfte bzw. Inhaltsstoffe. Hier hilft der Wechsel zu parfümfreiem Waschmittel, Weichspüler und Reinigungsprodukten dabei, die Neurodermitis-Ausbrüche besser zu kontrollieren.

Richtiges Verhalten im Freien bei Neurodermitis-Triggern

Auch der Aufenthalt an der frischen Luft kann Neurodermitis auslösen. Reagieren Betroffene beispielsweise auf bestimmte Pollen und Gräser, sollten sie während der Hauptzeit (beispielsweise Frühjahr und Sommer) vor allem tagsüber im Haus bleiben. Das Tragen einer Sonnenbrille, um die Augen vor den Neurodermitis-auslösenden Triggern zu schützen und das Tränen der Augen zu verhindern, empfehlen viele Experten ebenfalls.

Richtiges Verhalten im Freien bei Neurodermitis
Richtiges Verhalten im Freien bei Neurodermitis

Ein Muss ist Duschen vor dem Schlafengehen, um den Alltagsstaub im wahrsten Sinne des Wortes abzuwaschen und der Haut Ruhe zu gönnen. Auch die Kleidung sollte immer nach dem Ausflug an die frische Luft gewechselt und mit einem guten Reinigungsmittel gesäubert werden.

Selbstfürsorge bei Neurodermitis mithilfe der Ergotherapeuten erlernen

Viele Neurodermitis-Betroffene fühlen sich sprichwörtlich in ihrer eigenen Haut nicht mehr wohl und leiden darüber hinaus an mangelnder Selbstliebe bzw. Selbstfürsorge. Auch hierbei können Ergotherapeuten helfen, mehr Wertschätzung für den eigenen Körper und das Krankheitsbild zu entwickeln.

Zur Fürsorge-Routine gehört auch die richtige Hautpflege. Zeigen sich Rötungen oder juckende sowie trockene Stellen auf der Haut, ist besonders viel Sorgfalt beim Cremen und Reinigen gefragt. Die betroffenen Stellen müssen sauber und feucht gehalten werden, damit die Haut nicht zusätzlich spannt und schuppt.

Händewaschen und richtige Reinigung ist wichtig bei Neurodermitits

Sanfte Reinigung und intensive Pflege (vor allem mit Feuchtigkeit) gehören zur Neurodermitis-Linderung dazu.

Sanfte Reinigungsmittel und warmes Wasser helfen beim Waschen. Auch ein weicher, fusselfreier Lappen kann eine Wohltat auf den akut betroffenen Hautarealen sein. Produkte mit Duftstoffen oder Parfüm sollten vermieden werden, da sie die Haut weiter reizen können. Beim Abtrocknen ist sanftes Tupfen genau das Richtige, um zusätzliche Strapazen für die sensible Oberfläche zu vermeiden.

Nach dem Waschen muss die Haut mit Feuchtigkeit versorgt werden. Eine Creme mit hohem Feuchtigkeitsanteil hilft, den Juckreiz und die Rötungen zu verringern. Geeignet dafür sind vor allem hypoallergene und parfümfreie Lotionen oder Cremes, die Inhaltsstoffe wie Ceramide oder Hyaluronsäure enthalten.

Um die Haut vor Umwelteinflüssen zu schützen, empfehlen Experten, eine dünne Schicht Zinkoxid-Salbe aufzutragen, bevor es an die frische Luft geht. Damit wird eine zusätzliche Barriere zwischen der Haut und den reizauslösenden Faktoren (beispielsweise Staub oder Pollen) geschaffen. Auch das Tragen langer Kleidung hilft, die Haut zu schützen. Allerdings sollte das Material die Luft gut zirkulieren lassen, um unangenehme Wärmestaus und durch den sich bildenden Schweiß auf der Haut zusätzliche Reizungen zu vermeiden.

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