Ergotherapie bei Patienten im Alter

Dieser alte Mann ist glücklich und findet Ergotherapie super!Medizinische Diagnoseverfahren sowie moderne Behandlungsmethoden machen es möglich, dass der Mensch inzwischen ein hohes Alter erreichen kann. Einen entscheidenden Anteil daran hat auch die Ergotherapie. Das Ziel der Ergotherapie besteht darin, Alterungsprozesse aufzuhalten, bestehende Beschwerden zu lindern oder zu beseitigen beziehungsweise den Ausbruch von Folgeerkrankungen zu vermeiden. Letztlich geht es darum, die Lebensqualität des Patienten möglichst lang zu erhalten. Das ist auch der Grund, warum Ergotherapeuten auch in Pflegeeinrichtungen sehr gefragt sind, die 24 Stunden Pflege für ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause ermöglichen.

Die Ergotherapie kommt bei diversen Erkrankungen des Alters zum Einsatz. Zu erwähnen ist beispielsweise die Parkinson-Krankheit. Der Parkinson-Patient leidet unter motorischen und neurologischen Ausfallerscheinungen. Eine Besonderheit, die zusätzlich auftreten kann, ist die Parkinson-Demenz. All diese Auswirkungen können durch ergotherapeutische Maßnahmen beeinflusst werden. Es geht darum, die Beweglichkeit des Patienten zu erhalten und seine Hirnleistung zu verbessern. Unter anderem werden mit Parkinson-Patienten die Bewegungsabläufe des Gehens trainiert. Insbesondere kommt es darauf an, die Pendelbewegungen der Arme mit den Bewegungen der Beine zu koordinieren. Hilfreich kann auch das Erlernen von Entspannungstechniken sein, um die verkrampften Muskeln zu entlasten. Das Trainieren gewohnter alltäglicher Abläufe hilft dabei, die Unabhängigkeit des Patienten zu erhalten.

Weiterhin kümmert sich die Ergotherapie um Patienten, die an Demenz erkrankt sind. Bei ihnen geht es ebenfalls darum, alltägliche Abläufe zu trainieren, damit diese so lang wie möglich im Gedächtnis bleiben. Spezielle Übungen zur Erhaltung der Hirnleistung sowie zur Verbesserung der Konzentration und Merkfähigkeit mildern den Verlauf der Erkrankung. Besonders wichtig ist für Demenz-Patienten, dass ihr Alltag sinnvoll gestaltet wird. Hierbei muss auf die individuellen Fähigkeiten des Patienten sowie auf seine jeweilige psychische Situation eingegangen werden. Hilfreich können spielerisch gestaltete Hirnleistungs- und Konzentrationstrainings sein. Ebenso muss der Patient befähigt werden, seinen Körper so gut wie möglich wahrzunehmen. Eine Therapiemethode, die hierbei unter anderem zum Einsatz kommt, ist die Basale Stimulation.

Bei Schlaganfall-Patienten geht es weniger darum, den Verlauf einer Erkrankung aufzuhalten. Vielmehr sollen Folgeschäden des Schlaganfalls wie Lähmungen, Sprach- und Schluckbeschwerden so weit wie möglich beseitigt werden, damit der Patient sein ursprüngliches Leistungsniveau wieder erreicht. Ergotherapeuten trainieren mit dem Patienten das Ausführen alltäglicher Arbeiten wie das Aus- und Ankleiden, das Duschen und den Toilettengang sowie diverse Tätigkeiten im Haushalt, um die Feinmotorik zu schulen. Sofern vom Patienten dafür Hilfsmittel benötigt werden, übt der Ergotherapeut mit ihm den Umgang mit denselben. Bei all diesen Übungen kommt häufig der Therapieansatz nach Bobath zum Einsatz, nach dem neue Bewegungsmuster einstudiert werden.

Häufig treten im Alter Krebserkrankungen auf. Neben körperlichen Beschwerden kommt es immer zu einer hohen psychischen Belastung beim Betroffenen und bei dessen Angehörigen. Der Ergotherapeut übernimmt bei Krebspatienten sowohl eine unterstützende als auch eine beratende Tätigkeit. Schließlich geht es darum, verloren gegangene Funktionen und Fähigkeiten wiederherzustellen, Folgen der Chemotherapie, Operation und Strahlenbehandlung zu beseitigen und dem Patienten seinen gewohnten Alltag zu ermöglichen. Angewandt werden unter anderem das Motorische Training, die Gestaltungstherapie sowie das Hirnleistungstraining.

Weitere Beispiele, bei denen die Ergotherapie bei älteren Patienten zum Einsatz kommt, sind Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen, wobei Letztere beispielsweise eine Folge des Diabetes mellitus sein können oder auch Koordinationsstörungen, die durch Krankheit oder falsche Bewegungsabläufe im Alltag erworben sein können. Für den Erfolg der Behandlung kommt es darauf an, mit dem Patienten ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und ihn als einen ganzheitlichen sowie vollwertigen Menschen zu betrachten. Obwohl alten Patienten diverse motorische oder neurologische Fähigkeiten verloren gehen können, bleibt ihnen die Wahrnehmungsfähigkeit für die eigene Umwelt sehr lange erhalten.

Würde man sich lediglich auf das Krankheitsbild des Patienten konzentrieren und seine Psyche sowie das jeweilige Umfeld außer Acht lassen, bestünde die Gefahr, dass der Erkrankte nicht mitarbeitet und eventuell aggressiv reagiert. Weiterhin ist bei Parkinson- und Demenz-Patienten die Gefahr von depressiven Verstimmungen sehr groß. Sie gilt es zu verhindern, indem der Ergotherapeut dem Patienten freundlich entgegentritt und ihm seine Entscheidungsfreiheit weitestgehend überlässt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.