Schmerzen…eigentlich im Akutzustand eine Schutzfunktion des Körpers. Doch was ist, wenn sich leichte vereinzelt auftretende Schmerzen in starke chronische Schmerzen entwickeln? Natürlich spielen hierbei mehrere Faktoren eine besondere Rolle, da es häufig bei chronischen Schmerzzuständen an einer genauen Diagnose und damit einer passenden Therapie scheitert. Diese Schmerzzustände werden von somatischen, sozialen sowie psychischen Faktoren beeinflusst.
Dieser Schmerzzustand muss mindestens für sechs Monaten anhalten um als chronisch benannt zu werden. Meist bildet sich durch diese Schmerzen ein Teufelskreis zwischen der Angst vor den Schmerzen sowie der dadurch entstehenden Minderbelastung , die dann wieder Schmerzen und oftmals auch depressive Verstimmungen auslöst. Durch die permanente Schmerzübermittlung kommt es zu Veränderungen in der Gehirnstruktur, die eine Art „Schmerzgedächtnis“ entwickelt. Das Gehirn gewöhnt sich sozusagen an diesen Zustand und übermittelt selbst Schmerzsymptome, wenn kein Reiz und keine Ursache vorliegen. Der Mensch nimmt dieses Gefühl des Schmerzes jedoch trotzdem wahr. Dieses Gefühl setzt sich dann wie alle anderen Gefühle im limbischen System fest.
Besonders bedenklich bei chronischen Schmerzzuständen ist die psychische Komponente. Hierbei ist es nicht sicher, ob zu Beginn die Angststörung oder auch die Depression steht und sich durch die negativen Einflüsse die Schmerzen bilden oder ob durch die permanenten Schmerzen es zu der Angst vor den Schmerzen und dadurch zu depressiven Symptomen kommt.
Durch diese Kombination an Symptomen und Wechselwirkungen ist es besonders wichtig bei chronischen Schmerzzuständen eine interdisziplinäre Art der Behandlung anzustreben. Diese setzt sich je nach Art und Lokalisation der Schmerzen natürlich unterschiedlich zusammen. Die wichtigsten Komponenten hierbei sind Ergotherapie (z.B. bei Morbus Sudeck), Physiotherapie, Entspannungstechniken, medikamentöse Therapie und Psychotherapie. Nur in dieser Art von Kombination kann dieser wechselwirkende Zyklus durchbrochen und dem Menschen wieder ein annähernd normales Leben gewährleistet werden.
Mit freundlichen Grüßen I Tina Heinzelmann I Dr. Frank & Partner Berlin





