Der Einsatz von Operanten Methoden in der Schule

Der Einsatz von pädagogischen Mitteln hinsichtlich Lernstrategien in der Schule wird häufig durch unterschiedliche externe Faktoren erschwert. Großen Klassen, „schwierigen Schüler“ oder ein zu straffer Lehrplan erschweren es der Lehrkraft häufig, das im Studium erlernte pädagogische Wissen mit in den Unterricht einfließen zu lassen.

Eine operante Methode basiert auf dem Modell des operanten Konditionierens. Es beschreibt, dass ein Verhalten verändert werden kann, indem man ein Individuum positiv oder negativ bestärkt. In der Schule findet man eine positive Verstärkung z.B. beim Einsatz von Verstärkerplänen (sog. Token-Programme). Der Schüler, der besonders viel zum Unterricht beiträgt, bekommt hier z.B. eine Sonne oder Smiley, als Zeichen seines guten Verhaltens. Auch ein Stempel unter einen „ordentlichen“ Hefteintrag kann man unter positive Verstärker zählen. Eine negative Bestärkung wäre hingegen z.B einen traurigen Smiley oder eine Gewitterwolke im Verstärkerplan oder ein negativer, schriftlicher Kommentar im Arbeitsheft.

Wichtig ist besonders, innerhalb der Klasse eine positive Lernatmosphäre zu schaffen. Die Kinder sollen sich angenommen und bestärkt fühlen und Spaß am Lernen und Arbeiten haben.

Auf dem ersten Blick hört sich dies simpel an. Was geschieht jedoch, wenn es mehrere Kinder in der Klasse gibt, die den Unterricht stören? Wenn es womöglich Kinder gibt, die so häufig im Schulalltag negative Bestärkung erfahren haben, dass eine positive Rückmeldung nur noch geringfügig angenommen wird? Besonders bei oppositionellem Verhalten ist eine positive Bestärkung eine große Herausforderung. Es ist nicht verwunderlich, dass bei vielen Lehrern ein Gefühl der Ohnmacht und Überforderung auftritt.

Wie kann die Ergotherapie unterstützend einwirken?

Um eine alltagsbezogene Förderung zu gewährleisten, ist es unabdingbar, den Schulalltag des Kindes mit in die Ergotherapie einzubeziehen. Neben der Möglichkeit, gezielt Lernmethoden direkt auf schulische Lerninhalte (z.B. den Hausaufgaben) anzuwenden, können auch Token-Programme, Verstärkersysteme oder andere Methoden zur Verhaltensregulierung im therapeutischen Einzelsetting erprobt werden. Hierdurch ist ein Transfer des erlernten Verhaltens in die Schule einfacher für das Kind. Neben regelmäßigen Absprachen mit den Lehrern, welche Methoden besonders Anklang finden, kann eine Hospitation des Therapeuten im Unterricht weitere Faktoren identifizieren, die möglicherweise das negative Verhalten verstärken. Zudem kann beratschlagt werden, wie ein Klassenraum gestaltet werden kann, um den Kindern weitere Unterstützung zu geben (bei Kindern, die sich schnell von externen Reizen ablenken lassen, wäre es z.B. sinnvoll, eine reizarme Umgebung zu schaffen).

Ein besonders wichtiger Aspekt ist es ein Verständnis für die Situation der Lehrkraft zu entwickeln. Nicht alle Tipps sind zudem im schulischen Alltag umsetzbar. Eine offene Kommunikation und eine gute Vertrauensbasis sind in jedem Fall Grundlage, um eine effektive Zusammenarbeit zu gestalten.

Mit freundlichen Grüßen I Sabrina Huschke I Dr. Frank & Partner München

Empathie – ein Wort mit großer Bedeutung

Frau Kaiser hatte vor fünf Wochen einen Arbeitsunfall, wobei ihr fast die Fingerkuppe ihres Zeigefingers abgetrennt wurde. Nach der Wundversorgung bekam sie Therapien verordnet. Sie ging regelmäßig dort hin, doch sie fühlte sich nicht wohl. Es wurde ihr gegenüber keinerlei Interesse gezeigt, auch wurde sich kaum mit ihr unterhalten. Bei der Beweglichkeit und der Sensibilität waren kaum Veränderungen am Finger erkennbar. Sie beschloss einen Wechsel der Therapeuten vorzunehmen. In einer neuen Praxis wurde ihr ganz anders begegnet. Hier zeigen die Therapeuten Interesse dem Klienten gegenüber. Auch Frau Kaiser erkannte dies sofort. Sie erwähnt immer wieder, wie wohl sie sich fühlt und wie große Fortschritte sie derzeit macht.

Mit dem Begriff „Empathie“, was aus dem griechischen von „empatheia- Leidenschaft“ stammt, beschreibt man die Fähigkeit der Stimmungsübertragung.

Somit kann sich ein Therapeut in die Stimmung und Emotion seines Gegenübers einfinden und eine engere Verbindung zur Person schaffen. Denn diese Person findet sich angenommen und verstanden, was einen großen Teil des Therapieerfolges ausmacht. Durch aktives Zuhören und genaues Hinterfragen erkennt der Patient das Interesse, das man an seiner Person entwickelt hat. Es fällt ihm somit leichter, sich dem Therapeuten zu öffnen und von belastenden oder bedrückenden Erlebnissen und Erfahrungen zu erzählen. Durch das empathische Verhalten nimmt der Therapeut eine wertschätzende Haltung ein, kann belastende Situationen besser verstehen und als neutrale Person neue Impulse geben. Denn Probleme werden nicht heruntergespielt oder mit Floskeln abgetan, sondern im Gespräch wird versucht eine Lösung zu finden.

Empathie wird aber nicht nur im therapeutischen Zusammenhang verwendet. Auch spielt es im Managementbereich eine große Rolle. Gerade Firmen- und Personalleiter müssen ihre Mitarbeiter empathisch führen und motivieren. Somit  kann die Leistungsbereitschaft des einzelnen Mitarbeiters gesteigert werden. Auch wird die Empathie oft im Zusammenhang mit Verkaufsgesprächen genutzt.

Egal im welchen Zusammenhang man dieses Wort liest, hört oder verwendet, es ist immer wichtig einen positiven Gedanken damit zu verbinden. Denn viele Menschen zeichnet gerade ihr empathisches und einfühlendes Handeln und Denken aus. Und die Mitmenschen werden das dieser Person auch danken, dass so mit ihnen umgegangen wird.

Mit freundlichen Grüßen I Christina Barthold I Dr. Frank & Partner München

Ergotherapeutische Zielsetzungen im psychiatrischen Arbeitsfeld

Besonders im psychiatrischen Arbeitsfeld sollte man sich als Therapeut an bestimmte Richtlinien in der Arbeit mit den erkrankten Menschen halten. Natürlich gibt es keine Lösung, die auf jeden Patienten passt und man muss wie in allen Bereichen flexibel auf die Bedürfnisse des Gegenüber eingehen. Dafür ist die Vertrauensbasis zwischen dem Therapeuten und dem Patienten besonders wichtig, denn ohne Vertrauen, lässt sich nicht an Zielen arbeiten. Gerade im psychiatrischen Bereich ist das Vertrauen in die Person gegenüber nochmals wichtiger als in anderen Behandlungen. Der Ergotherapeut sollte den Patienten unterstützen und ihn begleiten, damit er seine Herausforderungen des täglichen Lebens bestehen und angehen kann.

Oft verfügen psychiatrische Patienten nicht über genügend Motivation und Antrieb. Hier ist es erstmals wichtig sie zu stabilisieren, damit sie wieder Sicherheit im Umgang mit alltäglichen Dingen gewinnen können und ihre Aktivität gesteigert werden kann. Wenn die Patienten die Sicherheit und die Tages- und Wochenstrukturen wieder erlangt haben, kann spezieller auf sie eingegangen werden. Oftmals zeigen sich Schwierigkeiten mit dem eigenen Selbstwertgefühl und dem Selbstvertrauen. In weiteren Schritten sollte daran gearbeitet werden, diese wiederzuerlangen, um dadurch die Handlungskompetenzen des Patienten zu steigern. Gleichzeitig verbessert sich auch der Bezug zu Realität und der Patienten lernt sich wieder realistischer einzuschätzen. Wenn viele dieser Punkte im Laufe der Behandlung erreicht werden konnten, hat der Patient bereits einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit gemacht und schafft es sich sicherer in seinem eigenen Umfeld zu bewegen und zu agieren.

Der nächste Schritt sollte sein, dass der Patient lernt wieder Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Momentan fehlt ihm der Bezug dazu, da der Therapeut und bestimmt auch der Arzt wahrscheinlich stark in seine Abläufe integriert sind. Der Patient soll aber wieder selbstständig werden und Eigenverantwortung übernehmen. In weiteren Behandlungen ist es jetzt enorm wichtig den Patienten in der neuen Situation zu stabilisieren. Seine Belastungsfähigkeit und Ausdauer sollten gesteigert werden, damit es nicht wieder zu einer auslösenden oder auch belastenden Situation kommt. Ebenso sollte sich auch die Frage gestellt werden, wie belastbar bin ich eigentlich, wo ist meine persönliche Grenze. Wenn sich der Patient diesen Fragen im Klaren ist, kann er seine Grenzen und Leistungen wesentlich besser einschätzen. Der Patient muss ein Bewusstsein für die Krankheit entwickeln, um sicherer in belastenden Situationen reagieren zu können.

Mit freundlichen Grüßen I Benjamin Haverkamp I Dr. Frank & Partner Zürich

Verdecktes Konditionieren zur Verbesserung der Selbststeuerungsprozesse

Das verdeckte Konditionieren beschreibt einen Lernprozess, der sich rein auf der Vorstellungsebene des Klienten abspielt.

Der Klient soll eine auslösende Situationen, sowie das zugehörige Problem- und Zielverhalten in Gedanken durchspielen, sowie sich positive oder negative Konsequenzen vorstellen. Erwartung hierbei ist, dass das Verhalten sich von der Vorstellungsebene auf die reale Situation überträgt.

Als bekannteste Methode aus diesem Bereich ist die verdeckte Sensibilisierung. Hierbei soll der Klient sich eine typische Situation vorstellen, in der das Problemverhalten auftritt. Diese Situation wird in all seine Einzelheiten aufgegliedert, bis das Problemverhalten eintritt. Hier soll der Patient nun abrupt seine Gedanken ändern und anstatt des fehlerhaften Verhaltens an eine, möglicherweise auch absurde, fürchterlich peinliche oder unangenehme Situation denken, die passieren könnte.

Da das verdeckte Konditionieren erlernt werden muss, begibt sich der Klient erst in eine Entspannungssituation und der Therapeut formuliert die Gedanken des Patienten. Im zweiten Schritt gibt der Therapeut z.B. nur noch die Anfangs- und Endsequenz vor, später soll der Klient diese selbst laut formulieren. Im besten Fall gelingt es ihm die Übung auch selbstständig ohne Hilfe des Therapeuten auszuführen. Cautela gibt an, ein tägliches Üben ist die beste Voraussetzung, sich auch im alltäglichen Geschehen vor dem Auftreten des Fehlverhaltens eine Katastrophensituation zu erdenken, sodass das Fehlverhalten nicht mehr vom Klienten ausgeführt wird. Wichtige Aspekte hierbei sind:

  • Die Realität des Patienten soll mit der vorgestellten Situation übereinstimmen (z. B. ein Jugendlicher, der unter Konzentrationsproblemen leidet und hierbei großes Vermeidungsverhalten zeigt, soll sich zu Beginn der Situation seinen realen Arbeitsplatz vorstellen)
  • Die negative Vorstellung soll den Klienten aus seiner Entspannungssituation herausholen um in ihm tatsächlich eine Unruhe und Anspannung auszulösen.
  • Beim Beenden der Negativsituation muss darauf geachtet werden, einen positiven, bestenfalls bestärkenden Abschluss zu finden. Der Patient soll wieder in eine Phase völliger Entspannung kommen.

Gemeinsam mit dem Therapeuten sollen möglichst viele solcher Vorstellungssequenzen erstellt werden, mit stets variierenden „Katastrophen“ und unterschiedlichen glücklichen Ausgängen der Situation. Generell bedient sich diese Methode hiermit dem Prinzip der verdeckten Selbstbestrafung(während der gedanklichen Eskalationssituation)  und der verdeckten Selbstverstärkung(während der positiven Abschlusssituation zum Beenden der vorgestellten Sequenz).

Eine weitere Methode ist das verdeckte Löschen, bei der sich der Klient in einer gedanklichen Situation vorstellt, es würden keine Konsequenzen eintreten (z.B. bei Angst vor einer bestimmten Tierart kann man sich eine für den Klienten gefährliche Situation vorstellen, hier eine Eskalationssituation einbauen und im Abschluss jedoch jegliches negative Ende auslassen).

Beim verdeckten Modellernen soll sich der Klient vorstellen, wie eine andere Person eine Situation bewältigt, die sich für ihn als gefährlich, angstauslösend oder möglicherweise sogar unüberwindbar darstellt (in der Arbeit mit Kindern kann man hierfür gut eine fiktive Figur, z.B. einen Superhelden, auswählen).

Über die Wirksamkeit des Verfahrens liegen noch keine genauen Ergebnisse vor. Es zeigt sich jedoch, dass besonders die verdeckte Selbstverstärkung und das verdeckte Modellernen bei Klienten eine positive Auswirkung auf das alltägliche Verhalten haben können.

Mit freundlichen Grüßen I Sabrina Huschke I Dr. Frank & Partner München

Belastungsstörungen und ihre Behandlung

Jeder kennt Gefühle der Angst, der Verzweiflung und der tiefgreifenden Traurigkeit. Doch was passiert, wenn diese Symptome nicht abnehmen, sondern sich sogar psychosomatisch auswirken?

Die Belastungsstörungen kann man in drei Kategorien unterteilen: die akute Belastungsstörung, die Anpassungsstörung und die posttraumatische Belastungsstörung. Bei allen drei Krankheitsbildern geht diese mit ähnlichen Symptomen und einem Trauma einher. Diese Traumata können von einer Trennung bis hin zu Naturkatastrophen und Kriegserlebnissen sein. Aber auch eine erhöhte Belastung über einen länger andauernden Zeitraum kann eine Belastungsstörung verursachen. Natürlich muss eine Belastungsstörung von „normalen“ Krisen abgegrenzt werden. Um eine Belastungsstörung zu diagnostizieren, muss die jeweilige Belastung mit einer hohen Intensität über einen längeren Zeitraum und einer drastischen Verminderung der Leistungsfähigkeiten einhergehen.

Die akute Belastungsstörung

Diese Art der Belastungsstörung und der damit verbundenen Symptome darf nicht länger als 48 Stunden nach dem eingetretenen Trauma anhalten. Im Volksmund hört man hierfür oftmals die Namen wie Nervenzusammenbruch oder auch psychischer Schock. Typische Symptome hierfür sind z.B. innere Leere, Gedankenkreisen, innere Verzweiflung, Ängste bis hin zu Suizidgedanken. Diese Symptome gehen bei der akuten Belastungsstörung aber vollständig zurück. In dieser Situation sollte der Patient psychisch stabilisiert, eventuell Entspannungstechniken angewandt und eine Krisenintervention mit Klärung der Gefühle im Bezug zu dem Trauma eingeleitet werden.

Die Anpassungsstörung

Die Anpassungsstörung zeigt meist die selben Symptome der akuten Belastungsstörung, verläuft jedoch in einem anderen Zeitrahmen. Die ersten Symptome treten hier innerhalb eines Monats nach dem eingetretenen Trauma auf und ziehen sich über wenige Monate hinweg. Die erkrankten Menschen leiden oftmals zusätzlich noch an starken Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Hier kommt häufig eine Kombination von Medikamenten und stabilisierenden Kriseninterventionen zu tragen. Wichtig für den Patienten ist die psychische Stabilisierung, die Verarbeitung der Ereignisse sowie Stärkung der sozialen Kompetenzen und seiner Ressourcen. Des Weiteren sollte an seiner Tagesstruktur gearbeitet werden, um dem mit den Symptomen einhergehenden sozialen Rückzug entgegenzuwirken.

Die posttraumatische Belastungsstörung

Die posttraumatische Belastungsstörung tritt spätestens ein halbes Jahr nach einem schweren Trauma von katastrophalen Ausmaß auf, wie z.B. Kriegserlebnisse, Vergewaltigung oder auch Folter. Diese Störung geht mit starken depressiven Symptomen, Schlafstörungen, Angststörungen, Impulsivität, Alpträumen und der Abkapselung zu der realen Umwelt einher. Durch das erhöhte Schamgefühl nehmen nur wenige Menschen an einer Behandlung teil. Die permanente Belastung und die eintretenden sogenannten Flashbacks (ständiges Wiedererinnern) lösen oftmals eine Suchtproblematik aus, über die die meisten Patienten dann erst zu einer intensiven Behandlung kommen. Leidet ein Mensch unter einer posttraumatischen Belastungsstörung sollte eine medikamentöse, eine psychotherapeutische sowie eine ergotherapeutische Behandlung angestrebt werden, um das gesamte Ausmaß der Krise bewältigen zu können.

Mit freundlichen Grüßen I Tina Heinzelmann I Dr. Frank & Partner Berlin

Forced-use Therapie

Forced-use Therapie: Die Forced-use Therapie wird bei Patienten durchgeführt, die unter einer halbseitigen Lähmung aufgrund von einem Schlaganfall oder anderen Schädigungen des Gehirns leiden. Während zehn aufeinander folgender Tage findet täglich ein mehrstündiges Training statt, bei dem fast alle Tätigkeiten mit dem gelähmten Arm ausgeführt werden sollen. Psychologische Techniken unterstützen die Forced-use Therapie. Der gesunde Arm bleibt in diesem Zeitraum so weit wie möglich unbenutzt.

Diese Therapie ist sowohl für die oberen als auch für die unteren Extremitäten nutzbar.

Die Forced-use Therapie ist außerdem unter den Namen Bewegungsinduktionstherapie oder Taub`sche Therapie bekannt.

Feldenkrais-Methode

Feldenkrais-Methode: Entwickelt wurde sie in den fünfziger Jahren von dem Israeli Moshé Feldenkrais. Die Feldenkrais-Methode wird häufig dann eingesetzt, wenn nach Verletzungen die gewohnte Bewegungsfähigkeit wiedererlangt werden soll oder wenn durch eine falsche Haltung Schmerzen hervorgerufen werden. Auch bei neurologischen Erkrankungen oder Tinnitus kann dieses Konzept helfen.

Bei der Feldenkrais-Methode steht der gesamte Mensch im Mittelpunkt. Es werden nicht einzelne Muskeln trainiert, sondern das Bewusstsein für Bewegungen gestärkt. So kann der Patient alte, unter Umständen schädliche Bewegungsmuster ablegen und Alternativen erlernen. Nicht nur der Körper erlangt durch diese Methode eine stärkere Beweglichkeit, auch der Geist bleibt mobil.

Elternarbeit

Elternarbeit: Werden Kinder behandelt, kommt eine wichtige Rolle auf die Eltern zu – die so genannte Elternarbeit. Da es in den meisten Fällen nicht ausreicht, wenn das Kind lediglich einmal wöchentlich während der Behandlung therapiert wird, sollten die Eltern ihr Kind zuhause entsprechend fördern und fordern.

Gemeinsam mit dem Ergotherapeuten spricht man über Erfolge und Misserfolge der Therapie, analysiert Probleme und tauscht sich über Entwicklungen aus. Da persönliche Probleme der Eltern bei der Entwicklung des Kindes Anteil haben können, mag es notwendig sein, auch diese mit dem Therapeuten zu besprechen, um zumindest Reaktionen des Kindes einschätzen zu können.

Bobath-Konzept

Bobath-Konzept: Das Bobath-Konzept geht davon aus, dass Funktionen des Gehirns, die aufgrund von neurologischen Erkrankungen oder Verletzungen verloren gegangen sind, durch spezielle Übungen mit zahlreichen Wiederholungen wieder hergestellt werden können.

Die Physiotherapeutin Berta Bobath und ihr Mann Karel Bobath, Kinderarzt und Neurologe, erkannten 1943, dass gesunde Hirnbereiche die Aufgaben von erkrankten übernehmen, wenn sich durch konsequentes Üben neue Verbindungen zwischen den Nervenfasern bilden.

Allerdings geht es nicht um gleichförmiges Wiederholen von Bewegungen; vielmehr werden dem Patienten individuelle Angebote in Bezug auf seinen aktuellen Zustand gemacht. Auch bestimmte Lagerungen und Stellungen haben einen positiven Einfluss.

Besonders häufig wird das Bobath-Konzept bei Schlaganfall-Patienten angewendet. Obwohl es zu den am häufigsten durchgeführten Therapien nach Schlaganfällen zählt, ist die Wirksamkeit wissenschaftlich bisher kaum erforscht worden.