Das Modell der psychosozialen Entwicklungsstufen nach Erikson (1902-1994) verbindet die Entwicklungsstufen mit der Thematik der Persönlichkeitsentwicklung und der Entwicklung der Ich-Identität. Erikso beschreibt, dass in jeder Entwicklungsstufe dem Heranwachsenden Anforderungen gestellt werden, welche er entweder bewältigen kann, oder daran scheitert. Er geht davon aus, dass wenn ein Kind an einer Belastung scheitert, es den Anforderungen der nächsten Entwicklungsstufe nur unzureichend gerecht zu werden. Bei einem nicht erreichen des Entwicklungszieles, kann es somit zu möglichen Schwierigkeiten kommen, manchmal auch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Eine wichtige Rolle dabei spielt der soziale Umkreis, bzw. die Bezugspersonen des Kindes. In diesem Artikel sollen die Stufen von Geburt bis zum 3. Lebensjahr dargestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt folgen die Stufen vom 3. Lebensjahr bis zur Pubertät.
Die erste Stufe des Modelles beginnt mit der Geburt und dauert ca. bis zum 1,5. Lebensjahr. Die Krise, die in dieser Zeit bewältigt werden muss, ist die Thematik zwischen Vertrauen und Misstrauen. Wird in dieser Zeit, die Bedürfnisse des Kindes nach Nahrung und Wärme gestillt, wird dem Kind aber auch Körperkontakt, Liebe und Zuneigung gegeben, sodass eine intensive Emotionale Bindung entsteht, kann das Kind das sog. Ur-Vertrauen entwickeln. Es kann ein stabiles Sicherheitsbewusstsein entwickeln, welches es für die nächste Stufe benötigt.
Wird ein Kind hingegen vernachlässigt, sodass seine Grundbedürfnisse nicht befriedigt werden, tritt es seiner Umwelt mit zunehmenden Misstrauen entgegen, es entstehen persönliche Unsicherheiten und ein vermehrtes Angstgefühl.
Zwischen 1,5 und 3 Jahren erlangt das Kind die zweite Entwicklungsstufe. Das Erlangen einer Autonomie steht hierbei im versus zum Gefühl der Scham und Selbstzweifel, worin die Krise in dieser Zeit liegt. Bewältigt werden kann sie, wenn das Heranwachsende ein Gleichgewicht zwischen der eigenen Willenskraft und der Durchsetzung des Willens und der Selbstbeschränkung erlernt. Es wird deutlich, dass auch die Eltern ein Gleichgewicht finden müssen, in welchem Rahmen sie dem Kind Spielraum für Entscheidungen lassen können, aber ebenso dem Kind ein klares Regelwerk vorgeben müssen. Wird das Kind zu viel kritisiert, überfordert oder zu autoritär erzogen, können Selbstzweifel entstehen oder Brüche in der Eltern- Kind- Beziehung. Das Kind erkennt sich in dieser Phase bereits als handelndes Individuum. Bei einem zu geringem Selbstvertrauen wird es daran Zweifeln, Ereignisse zu kontrollieren, herbeizuführen oder später selbstbestimmt zu handeln.
Mit freundlichen Grüßen | Sabrina Huschke | Dr. Frank & Partner München





