Ein Problem muss im systemischen Kontext gesehen werden“. Immer mehr finden systemische Ansätze innerhalb der Ergotherapie anklangt. Viele Medien können aus diesem Theorie erfolgreich in die Behandlung integriert werden, besonders wenn es darum geht, ganze Familien bei Verhaltensauffälligkeiten ressourcenorientiert zu stützen.
Doch was genau ist ein „System“?
Bei genauerem Betrachten fällt doch auf, dass sich der Begriff häufig nur schwammig darstellen lässt. Als eine Definition wird zumeist die Begriffserklärung von Hall und Fagen zitiert: „Das System ist ein Satz von Elementen oder Objekten zusammen mit den Beziehungen zwischen diesen Objekten und deren Merkmalen“
Was sind die Merkmale eines „Systems“?
Ein System an sich definiert sich besonders über die internen Mitglieder und die externen Beobachter. D.h. ein Außenstehender sollte klar erkennen, dass eine bestimmte Personengruppe zueinander gehört. Genauso empfinden die internen Mitglieder sich als zusammengehörig. Das muss aber nicht heißen, dass ein Vater, der durch die Trennung zur Mutter durch eine weite Wegstrecke von seinen Kindern entfernt ist, nicht zum System gehört. Auch wenn dieser sich nicht mehr dazu zählen möchten, entscheiden die restlichen Internen über dessen Zugehörigkeit.
Zudem schreibt man einem System eine Eigendynamik zu, die dazu führt, das System zu erhalten (z.B. durch bestimmtes Verhalten). Steht z.B. die Trennung der Eltern an, bedeutet dies eine große Veränderung. Die Internas, die das familiäre System aufrecht erhalten wollen, versuchen den Prozess jedoch so zu steuern, dass das System weiter bestehen bleibt (Die Kinder z.B. versuchen täglich mit dem Vater zu telefonieren. Die Mutter vereinbart regelmäßige Treffen. Der Vater richtet seine neue Wohnung mit einem Kinderzimmer ein). Es wird deutlich, welche Problematik es mit sich bringt, wenn ein Mitglied das gemeinsame Ziel nicht verfolgen möchte.
Die Frage tritt auf, warum es in einem System so oft zu beobachten ist, dass ein und dasselbe Ziel angestrebt wird. Gerade, da ein Individuum doch eine unendliche Bandbreite an Verhaltensmöglichkeiten aufzeigt. Dennoch reduzieren die einzelnen Mitglieder ihre Möglichkeiten enorm, um für den anderen vorhersehbar zu werden. Doch genau hierdurch entsteht die Verlässlichkeit und das Vertrauen ineinander. Das Wissen darüber, dass der Gegenüber zu keinen Kurzschlussreaktionen greift. In manchen familiären Systemen zeigen Mitglieder eine große Bandbreite an Verhalten, in anderen, in denen Tage sehr ritualisiert verlaufen, bleibt hierfür nur wenig Spielraum. Besonders interessant erscheint die Frage, wie es sich in Familien zeigt, in der ein schwarzes Schaf deklariert wird. Es sind von vielen Familienmitgliedern Verhaltensweisen zu erkennen, die dem schwarzen Schaf tagtäglich aufs neue die Rolle zuschieben. Da verwundert es nicht, dass dieses Familienmitglied irgendwann selbst ein Verhalten an den Tag legt, um dieser Rolle zu entsprechen. Schließlich will es das „System“ aufrechterhalten. Es will für die anderen Verlässlichkeit ausstrahlen. Dies gelingt ihm am einfachsten, indem es das erwartete Verhalten zeigt.
Mit freundlichen Grüßen I Sabrina Huschke I Dr. Frank & Partner München





