Die Dialektisch Behaviorale Therapie

Die Dialektisch Behaviorale Therapie ist ein Therapiekonzept zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Es wurde auf der Grundlage der Verhaltenstherapie, von der Amerikanerin Marsha. M. Lineham, vor etwa 10 Jahren entwickelt. Dialektisch-Behaviorale Therapie bedeutet, das Gleichgewicht zwischen Verstehen und Wertschätzen eines Problems und dessen Veränderung herzustellen. Das wird als „dialektische Strategie“ bezeichnet. In der Dialektik werden die Gegensätze in der Welt eines Patienten angeschaut, um diese vorsichtig in seine Welt zu integrieren.

Das Konzept umfasst Therapieelemente der kognitiv behavioralen Therapie, der Sozialpsychologie, der Neurobiologie, der Meditation und des Zen-Buddhismus. Anfangs wurde DBT ausschliesslich im ambulanten Rahmen angeboten. Inzwischen ist das Konzept aus dem klinischen Alltag mit Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung nicht mehr wegzudenken. Das Therapiesetting ist eine Mischung aus Einzel- und Gruppentherapie. Die Zielgruppe hat sich zusätzlich zur Borderline-Persönlichkeitsstörung auch auf Störungsbilder wie Essstörungen ausgeweitet.

In der Einzeltherapie spielt die therapeutische Beziehung eine ganz besondere Rolle, da diese Patienten oftmals aus einem Impuls heraus die Therapie abbrechen wollen. Zwischen dem Patient und Therapeut wird eine Verpflichtungserklärung abgeschlossen. Diese beinhaltet den Patienten zur Mitarbeit und Einhaltung von den vereinbarten Regeln und Abmachungen, hingegen der Therapeut sich zur bestmöglichen Unterstützung verpflichtet. Die Probleme des Patienten werden hierarchisch geordnet und je nach Wichtigkeit behandelt. An erster Stelle steht dabei immer die Suizidalität und parasuizidales Verhalten. Die Beeinträchtigung der Lebensqualität und therapiegefährdendes Verhalten sind ebenfalls Thema in der Einzeltherapie. Während der therapeutischen Intervention soll der Therapeut dem Patienten angemessen Grenzen setzen, die Entwicklung der Selbstdisziplin und Selbstvertrauen fördern. Es kommen Tagebuchkarten, Verhaltensanalysen und ein Skills-Training zum Einsatz. Beim Skills-Training werden Fertigkeiten erlernt, die zu einem Abbau der inneren Spannungszustände führen sollen. Dabei kommen sehr unterschiedlich Mittel zum Einsatz, z.B. scharfe Gewürze, Igelbälle oder Linsenbäder.

In der Gruppentherapie wird mindestens einmal wöchentlich ein Skills-Training angeboten. Dieses besteht aus fünf Modulen: Innere Achtsamkeit, zwischenmenschliche Fertigkeiten, Umgang mit Gefühlen, Stresstoleranz und Selbstwert.

Ziel der Dialektisch-Behavioralen Therapie ist es, die Suizidalität und das selbstverletzende Verhalten des Patienten langfristig zu reduzieren und die bestmögliche Lebensqualität wieder herzustellen.

In der Ergotherapie kann das Skills-Training in der Arbeit mit Borderline-Patienten sehr gut aufgegriffen werden. So können unter anderem verschiedene Übungen zur Körperwahrnehmung angewandt werden.

 Mit freundlichen Grüßen I Carola Rehm I Dr. Frank & Partner Zürich

Freitag, November 11, 2011
Autor
Dr. Thomas A. Frank

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