Das TEACCH „Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“ ist ein Programm, welches ursprünglich entwickelt wurde, um Eltern verbessert in den Förderprozess ihrer autistischen Kinder einzubinden.
Viele Elemente aus dem TEACH-Programm finden bereits in verschiedenen pädagogischen Einrichtungen zum Einsatz. Aber auch im Arbeitsfeld Ergotherapie ist ein Einsatz der Materialien besonders sinnvoll. Als Beispiel wäre hierbei ein gut vorbereiteter Raum, der dem autistischen Kind Sicherheit vermittelt. So können z.B. durch Symbole, Bilder oder Gegenstände einzelne Bereiche des Raumes gekennzeichnet werden, um über die Funktion zu informieren. Das Kind weiß somit bereits durch eine Visualisierungshilfe, welche Aufgaben heute auf ihn zukommen werden. Auch kann ein Kurzplan über den Verlauf der Einheit informieren. Dieser kann z.B. mit Fotos oder ebenfalls Symbolen gestaltet werden. Besonders bewährt hat sich ebenfalls ein „Time-Timer“ oder die sogenannte „TEACCH-Uhr“. Hierbei kann ein bestimmtes Zeitintervall durch eine farbliche Fläche eingestellt werden, welche sich im Minutentakt wieder verringert.
Als ein wichtiges Ziel, dass die Ergotherapie in diesem Bereich verfolgen kann, ist die Förderung der Kommunikation. Denn auch wenn ein autistisches Kind keine Sprache zur Interaktion aufwenden kann, bedeutet dies nicht, dass die Möglichkeit sich Mitzuteilen nicht vorhanden ist.
Ich möchte Ihnen ein kurzes Beispiel hierzu geben:
Marcus ist 10 Jahre alt und besitzt die Diagnose des frühkindlichen Autismus. Er spricht keine Wörter, lautiert jedoch in bestimmten Situationen, selten verdoppelt er gezielt Silben (z.B. Ma-ma). Innerhalb der Behandlungseinheit ist eine vorgegebene Struktur von enormer Wichtigkeit, da Marcus eine stark eingeschränkte Leistungsmotivation zeigt und bei Unsicherheiten mit impulsiven Verhalten, Eigen- und Fremdaggressionen reagiert.
Zu Beginn wird er daher zu seinem Plan geführt, auf dem Platz für drei Fotos sind, welche ihn über den Verlauf der heutigen Stunde informieren soll. An erster Stelle befindet sich die „Schaukel“. Dieses Medium hilft ihn, sich in das Setting einzufinden. An zweiter Stelle befindet sich das Symbol für „Arbeit“ (ein Steckspiel wurde für diesen Zweck fotografiert). Auf dem dritten Feld des Plans befinden sich zwei Bilder, der „Garten“ und das „Trampolin“. Wenn Marcus die kognitive Arbeitsaufgabe bewältigt hat, darf er durch deuten auf eines der beiden Bilder angeben, welche Belohnung er heute dafür erhalten möchte. Marcus kann hierdurch eigene Wünsche und Bedürfnisse äußern, er wird in seiner Persönlichkeit gefördert und baut eine Kommunikation zum Therapeuten auf, durch die er sich besser verstanden fühlt und durch die auch er seine Umwelt besser begreifen kann.
Mit freundlichen Grüßen I Sabrina Huschke | Dr. Frank & Partner München





