Behandlung von Koordinationsstörungen

Koordination wird das richtige Zusammenspiel von Muskeln und Körperteilen genannt. Bei Bewegungen müssen die beteiligten Muskeln und Extremitäten zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Aufgaben übernehmen. Nur so kann eine Bewegung störungsfrei ablaufen. Von Koordinationsstörungen spricht man, wenn dabei Probleme auftreten. Dazu gehört zum Beispiel die Unfähigkeit, Bewegungen zielgerichtet durchzuführen.

Ursachen einer Koordinationsstörung können unter anderem Schädigungen des Nervensystems oder ein falsches Erlernen bestimmter Bewegungsabläufe sein. Auch wenn Bewegungen gar nicht ausgeführt werden, weil ein Körperteil zum Beispiel aufgrund einer Verletzung „geschont“ wird, hat der Betroffene kein Geschick in diesem Bewegungsablauf und kann ihn deshalb nicht ausführen.

Patienten mit Koordinationsstörungen wirken oft tollpatschig, haben ein schlechtes Schriftbild und sind in sportlichen Aktivitäten sehr zurückhaltend. Sie können Höhen, Längen oder Gefahren schlecht einschätzen und haben Probleme mit dem Gleichgewicht oder mit der Auge-Hand-Koordination. Wegen dieser negativen Auffälligkeiten werden Kinder oft gehänselt, verlieren ihr Selbstbewusstsein und meiden solche Tätigkeiten. Gleichzeitig ziehen sich die Betroffenen sozial zurück.

Ziele einer Ergotherapie bei Koordinationsstörungen

Zu allererst muss das Selbstbewusstsein der Betroffenen wieder gestärkt und aufgebaut werden. Die grob- und feinmotorischen Fähigkeiten, die Körperwahrnehmung und die Wahrnehmungsverarbeitung sollen verbessert und die Bewegungsstrategien optimiert werden. Gleichzeitig soll eine größere Ausdauer erreicht werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Ergotherapie bei Koordinationsstörungen ist die Beratung und Anleitung der Familie des Betroffenen, damit Übungen auch zu Hause fortgeführt werden können.

Therapiemöglichkeiten im Rahmen der Ergotherapie

Eine der bekanntesten Therapieansätze bei Koordinationsstörungen bei Kindern ist das CO-OP. Die Abkürzung steht für Cognitive Orientation to Daily Occupational Performance. Die Therapie wurde von der kanadischen Professorin Helene Polatajko entwickelt und ist eine Form der Therapie, um die Betätigungsprobleme von Kindern mit Koordinationsstörungen zu verstehen und lösen.

Bei der Therapie wird ein Problem des Alltags in den Mittelpunkt gestellt, das der Patient selbstständig analysiert. Der Therapeut leistet vorwiegend Hilfestellung zum Entwickeln einer Lösungsstrategie.

Die Grobmotorik kann mit verschiedenen Geräten trainiert werden. An einer Kletterwand oder auf einem Trampolin werden zum Beispiel spielerisch und die Koordinationsfähigkeit trainiert.

Für die Verbesserung der feinmotorischen Fähigkeiten wird mit Angeboten der taktilen (den Tastsinn betreffenden) Wahrnehmung gearbeitet. Zum Beispiel mit kleinen Säckchen zum Ertasten des Inhaltes oder Scheiben mit verschiedenen Strukturen, die der Patient mit den Füßen ertasten kann.

Anhand verschiedener Werkstoffe können im handwerklichen Gestalten das Planen und die feinmotorischen Fähigkeiten gefördert werden. Ganz wichtig sind hier die Erfolgserlebnisse, die am Ende in der Hand gehalten werden können.

Die Therapie findet entweder in Einzel- oder Gruppentherapie statt.

Verwendete Hilfsmittel bei der Ergotherapie bei Koordinationsstörungen

Für die Behandlung von Koordinationsstörungen gibt es viele geeignete Hilfs- und Therapiemittel. Die einfachsten sind Bälle in verschiedenen Größen oder Seile, über die zum Beispiel balanciert werden soll. Matten, Bänke, Rollbretter oder Kastenteile kommen ebenso zum Einsatz wie Kletterwände, Brücken, Schaukeln und Konstruktionsspiele. Es gibt Unterlagen, die sich bewegen und nachgeben (z.B. große Kissen oder Matten), über die gelaufen wird oder Trampoline in verschiedenen Größen.

Weiterführende Informationen



Autor
Jan Stanetzki
Jan Stanetzki
Jan Stanetzki hat ergotherapie.org im Februar 2010 gegründet. Er ist Inhaber von optimieren.com und technischer Ansprechpartner für diese Seiten. Artikel, die von Jan eingefügt worden sind stammen meistens von Gastautoren ohne eigenes Redaktions-Konto auf ergotherapie.org.
  1. I read with interst your description of CO-OP and am wondering from where this was derived? It stikes me, in part, to be somewhat different from my understanding of co-op,, e.g., it is written that: “Für die Verbesserung der feinmotorischen Fähigkeiten wird mit Angeboten der taktilen (den Tastsinn betreffenden) Wahrnehmung gearbeitet. Zum Beispiel mit kleinen Säckchen zum Ertasten des Inhaltes oder Scheiben mit verschiedenen Strukturen, die der Patient mit den Füßen ertasten kann.” I don’t think that is recommended in CO-OP.

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