Behandlung von Autismus mit Ergotherapie

Behandlung von AutismusIn diesem Artikel geht es um das Krankheitsbild Autismus und um die Möglichkeiten und Therapiemethoden, die es in der Ergotherapie gibt um einen Autismus zu behandeln.

Als Autismus wird eine seelische Behinderung bezeichnet, die unabhängig von der Intelligenz auftritt. Die Symptome sind allerdings erst im Kleinkindalter zwischen 4-5 Jahren voll ausgeprägt. Autismus wird vor dem dreißigsten Lebensjahr festgestellt und Jungen sind weitaus häufiger betroffen als Mädchen. Bei der Diagnostik muss unterschieden werden, ob es sich um wirklich um frühkindlichen Autismus handelt, oder um ein Asperger- Syndrom oder High- Functioning- Autismus. Bei diesen Störungen ist die Intelligenz durch Tests feststellbar, während dies bei Autismus nicht der Fall ist. Autismus gibt es in unterschiedlich starker Ausprägung.

Inhalt zum Artikel Autismus

Symptome bei AutismusGeschichtliche Hintergründe des AutismusZiele der Ergotherapie bei AutismusTherapieansätze in der Ergotherapie bei AutismusDauer der Ergotherapie bei Autismus

Symptome bei Autismus

Autistische Menschen haben große Schwierigkeiten mit der Kommunikation. Sie können ihre Bedürfnisse nicht oder nur schwer äußern und haben wenig Bedürfnis nach Sozialkontakten, beziehungsweise können dieses nicht umsetzen. Betroffene haben wenig Verständnis für „Symbolsprache“, zum Beispiel Sprichwörter oder Humor, können sich nur schwer in andere hineinfühlen und haben wenig Einfühlungsvermögen für komplexe Gefühle wie Neid oder Mitleid und für soziale Regeln.

Veränderungen verunsichern oft, da die inneren Bilder weniger anpassungsfähig sind. Zum Beispiel kann ein kleines Kind nicht unterscheiden, dass die ernste und die lachende Mutter die gleiche Person ist.

Weitere Besonderheiten betreffen die Wahrnehmung. Dazu gehört unter anderem eine Überempfindlichkeit Geräuschen, Gerüchen und Berührungen gegenüber, Gleichgewichtsproblemen und einer ausgeprägten Fähigkeit, auch kleinste Veränderungen (Krümel auf dem Boden) wahrzunehmen. Außerdem ist die Motorik nicht altersgemäß entwickelt und es bestehen Auffälligkeiten in der Sprache und im Essverhalten.

Doch es gibt nicht nur negative Symptome. Betroffene Menschen haben zum Beispiel auch oft ein gutes Gedächtnis für Details und sind häufig naturwissenschaftlich interessiert. Sie lernen schneller Melodien oder haben ein „Kalendergedächtnis“. Das heißt, jedes beliebige Datum kann nach wenigen Sekunden dem richtigen Wochentag zugeordnet werden.

Geschichtliche Hintergründe des Autismus

Berichte über Kinder, die angeblich von Tieren aufgezogen wurden, gab es bereits im Mittelalter. Den Beschreibungen zufolge wird vermutet, dass solche Kinder Symptome des Autismus zeigten.

Der Schweizer Psychiater Bleuler prägte 1911 erstmals den Begriff „Autismus“, der von „autos“ (lat. selbst) abgeleitet wurde. Er zählte die extreme Selbstbezogenheit der Schizophrenie zu. Erst Anfang der vierziger Jahre wurde Autismus als eigenständiges Krankheitsbild erkannt.

Seither wurden verschiedene Forschungen nach den Ursachen des Autismus betrieben. Erst Ende der Siebziger entwickelte Georg Feuser die Theorie, dass Autismus eine Störung der Wahrnehmungsverarbeitung ist.

Ziele der Ergotherapie bei Autismus

Autismus ist nicht heilbar, daher orientieren sich die Ziele der Ergotherapie an den Patienten und ihren Defiziten. Dazu gehören die Förderung der Kommunikation, des Sozialverhaltens und der Wahrnehmung. Verhaltensprobleme werden verbessert und den Betroffenen wird geholfen, sich mit ihren Gefühlen und ihrer Identität auseinanderzusetzen. Lebenspraktische Fähigkeiten sollen somit auf- und störende Verhaltensweisen abgebaut werden.

Außerdem werden die Familie und die Bezugspersonen des Betroffenen über Autismus aufgeklärt und im Umgang mit dem Patienten unterstützt.

Therapieansätze in der Ergotherapie bei Autismus

Da das Bild des Autismus sehr unterschiedlich ist, muss auch das therapeutische Vorgehen flexibel sein. Je nach Symptomatik, Entwicklungsstand, Alter und Empfänglichkeit werden verschiedene Therapieansätze zusammengeführt. Es gibt Methoden, die speziell für autistische Menschen entwickelt wurden, wie zum Beispiel TEACCH (die Arbeit mit visuellen Anweisungen und Gliederungshilfen), spezielle Formen der Wahrnehmungsförderung und der „sozialen Einfühlung“, heilpädagogische, musiktherapeutische, verhaltenstherapeutische und familientherapeutische Methoden.

Weitere Möglichkeiten sind die Sensorische Integrationstherapie, Sprachliche Förderung, Therapie nach Bobath, Hörtraining oder tiergestützte Therapie.

Dauer der Ergotherapie bei Autismus

Die Dauer der Ergotherapie bei Autismus richtet sich nach den individuellen Zielen der Betroffenen und dauert meist mehrere Jahre. Die Betroffenen sollen auf jeden Fall am Ende der Therapie soweit gestärkt sein, dass sie weniger spezifische Hilfsangebote in Anspruch nehmen können.

In der weiteren Entwicklung kann es zu Situationen kommen, die möglicherweise eine Wiederaufnahme der Therapie nötig machen. So zum Beispiel ein Umzug, die Pubertät oder andere Veränderungen im Leben.

Autor
Jan

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